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Über mich - Ihre Trauerrednerin Ramona Ketzer

Trauerrednerin Freital Ramona Ketzer Ramona Ketzer Gedenkpunkt

Abschied darf so persönlich sein wie das Leben selbst​

Ich bin Ramona Ketzer, 44 Jahre alt und komme aus der Region Freital. Wenn ich gefragt werde, warum ich Trauerreden halte, muss ich eigentlich gar nicht lange überlegen. Mich interessieren Menschen und ihre Geschichten.

Wenn ein Mensch geht, bleiben schließlich nicht nur ein Name, zwei Jahreszahlen und ein Lebenslauf zurück. Es bleiben gemeinsame Erlebnisse, bestimmte Sprüche, Eigenheiten und manchmal auch die kleinen Macken, über die sich eine Familie noch Jahre später amüsiert. Vielleicht gab es dieses eine Lieblingsessen, das niemand genauso hinbekommen hat. Vielleicht eine besondere Art zu lachen oder eine Urlaubsgeschichte, die bei jeder Familienfeier irgendwann wieder erzählt wurde.
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Genau solche Dinge interessieren mich.
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Der Mensch hinter den Lebensdaten
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Natürlich möchte ich wissen, wo jemand gelebt hat, welchen Beruf er hatte und welche Stationen zu seinem Leben gehörten. Aber das allein erzählt noch nicht, wer dieser Mensch wirklich war.
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Deshalb soll unser Gespräch auch kein nüchterner Fragenkatalog werden. Erzählen Sie mir einfach von ihm oder ihr. Was war typisch? Worüber konnte dieser Mensch lachen? Was konnte er überhaupt nicht leiden? Was wird Ihnen fehlen? Und welche Geschichte fällt Ihnen sofort ein, wenn Sie an ihn denken?
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Oft ergibt sich daraus ganz von selbst ein Gespräch. Eine Erinnerung führt zur nächsten und plötzlich fällt jemandem eine Geschichte ein, an die lange keiner mehr gedacht hat. Vielleicht müssen alle kurz lachen, weil jeder sofort weiß, wie typisch genau diese Situation war.
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Solche Momente erzählen mir oft mehr über einen Menschen als eine ganze Seite voller Jahreszahlen.
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Auch ein Lächeln darf dazugehören
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Eine Trauerfeier ist ein trauriger Anlass. Trotzdem finde ich, dass Trauer und ein Lächeln nebeneinander Platz haben dürfen.
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Wenn jemand sein ganzes Leben lang für seinen trockenen Humor bekannt war, muss dieser Mensch beim Abschied nicht plötzlich zu jemand völlig anderem werden. Wenn eine schöne oder herrlich typische Erinnerung für einen Moment ein Lächeln hervorruft, dann gehört auch das zu diesem Menschen.
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Dabei geht es natürlich nicht darum, einen traurigen Moment aufzulockern oder unbedingt lustig sein zu wollen. Eine Trauerrede darf still sein, sie darf berühren und sie darf Tränen hervorrufen. Aber sie darf eben auch Erinnerungen zurückbringen, bei denen man für einen Augenblick lächeln muss.
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Denn wir verabschieden keinen Lebenslauf. Wir verabschieden einen Menschen.
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Abschied muss nicht immer nach demselben Muster stattfinden
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Für mich gehört eine persönliche Trauerrede auch nicht automatisch in eine Friedhofskapelle oder direkt ans Grab.
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Vielleicht wünschen Sie sich einen Abschied im FriedWald oder bei einer Baumbestattung. Vielleicht findet die Beisetzung nur im engsten Familienkreis statt und Familie, Freunde und Wegbegleiter möchten einige Tage oder Wochen später noch einmal gemeinsam zusammenkommen.
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Auch der eigene Garten, ein Restaurant, ein gemieteter Raum oder ein Ort, der im Leben des verstorbenen Menschen eine besondere Rolle gespielt hat, kann der richtige Platz dafür sein.
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Nicht jeder Abschied muss gleich aussehen. Entscheidend ist für mich, dass er zu dem Menschen passt, von dem Sie Abschied nehmen, und zu den Menschen, die sich an ihn erinnern möchten.
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Auch beim Zeitpunkt darf es etwas persönlicher sein
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Meine Termine für Trauerreden liegen überwiegend unter der Woche ab 14 Uhr sowie am Wochenende. Andere Zeiten sind nach Absprache natürlich ebenfalls möglich.
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Nicht jede Familie kann an einem Dienstagvormittag alles stehen und liegen lassen. Angehörige müssen arbeiten, Kinder müssen betreut werden und manchmal kommen Familienmitglieder von weit her. Wenn alle erst am Freitagnachmittag oder am Samstag zusammenkommen können, spricht für mich nichts dagegen, auch dann gemeinsam Abschied zu nehmen.
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Auch eine Trauerrede muss nicht zwingend am Tag der Beisetzung stattfinden. Manchmal passt eine kleine Beisetzung im engsten Kreis und eine spätere gemeinsame Gedenkfeier viel besser zur Familie.
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Wenn Sie also eine Vorstellung haben, die nicht dem klassischen Ablauf entspricht, erzählen Sie mir davon. Wir schauen gemeinsam, was möglich ist.
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Bevor ich schreibe, höre ich zu
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Ich möchte keine fertige Rede aus der Schublade holen und anschließend nur Namen, Beruf und Lebensdaten austauschen.
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Bevor ich schreibe, möchte ich zumindest ein Gefühl dafür bekommen, von wem ich später erzählen darf. Dafür nehme ich mir Zeit, höre zu und frage nach. Sie müssen unser Gespräch nicht vorbereiten und auch keine perfekte Lebensgeschichte mitbringen. Erzählen Sie einfach.
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Aus all diesen kleinen und großen Erinnerungen entsteht schließlich eine Rede, die nicht auf fünf andere Menschen passen könnte, sondern auf genau diesen einen.
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Was mir am Ende wichtig ist
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Wenn ich Ihre Familie begleiten darf, wünsche ich mir hinterher eigentlich gar kein großes Lob.
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Am schönsten wäre für mich, wenn Sie nach der Rede einfach sagen können:
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„Ja, genau so war sie.“ oder „Ja, genau so war er.“
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Dann weiß ich, dass ich die richtigen Worte gefunden habe.​

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